TANYA BERLINGER-ODEMER

eat, think & create



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Schön, dass Du hier bist! Auf der Suche nach Achtsamkeit, Dankbarkeit und Inspiration? Ich poste regelmäßig Gedanken bzw. kleine Alltagsgeschichten zu diesen Themen (siehe neuster Text weiter unten). Meine "Seelenfutter"-Fotos sollen Dich visuell dazu animieren, Dich gleichermaßen um einen glücklichen Geist und einen gesunden Körper zu kümmern. 

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BLOG#161

DAS PERSÖNLICHE ENDE…

… und das Sterben sind nicht besonders beliebte Themen. Warum eigentlich? Wir leben in einer Gesellschaft, die man fast schon als nekrophob bezeichnen könnte, weil dieser wichtige Aspekt von vielen Leuten bewusst tabuisiert wird. Unter Nekrophobie versteht man an dieser Stelle die Angst vorm Tod und alles was damit zu tun hat. Was bedeutet das aber im Alltag? Für mich persönlich ist das Sterben nicht präsent, wofür ich dankbar bin. Doch ist das überhaupt ein Vorteil? Ich habe mit Trauer und dem Abschied nehmen zugegebenermaßen wenig Erfahrungen gemacht. Noch nie musste ich am Grab stehen und Tränen über eine nahestehende Person vergießen. Doch früher oder später werde ich damit konfrontiert werden und nicht davon verschont bleiben. Wird es mich dann härter treffen, weil ich nicht gelernt habe, damit umzugehen? Ich weiß, dass es verschiedene Stufen der Trauer gibt, wie z.B. das Leugnen oder die Phase des Zorns. Nun frage ich mich, ob es nicht vielleicht besser wäre, das Thema sichtbarer zu machen, anstatt es zu ignorieren, abzulehnen und davor davon zu rennen? Wann denkt man aktiv über sein eigenes Ableben nach oder spricht mit anderen darüber?  

Letztens habe ich einen Podcast gehört, wo ein Palliativexperte darauf aufmerksam machte, dass alles, was lebt, auf das angewiesen ist, was tot ist. Die Erde, die Pflanzen brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen, besteht z.B. aus gestorbenem und verwestem Material. Jedes Paar, was sich für eine konventionelle Ehe entscheidet, schließt mit dem Akt der Heirat alle anderen möglichen Partner aus. Am letzteren Beispiel wird deutlich, dass jeder Neubeginn das Ende einer anderen Phase voraussetzt. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich also eine neue. Warum ist es dann so unangenehm sich mit Dingen, Situationen oder Zuständen zu beschäftigen, die zu Ende gehen? Die Angst vor der Ungewissheit darüber, ob es ein „Danach“ gibt oder nicht, kann lähmend sein. Verlust und Trauer sind schmerzvoll und keiner möchte etwas Liebgewonnenes freiwillig wieder hergeben. Die meisten hängen an ihrer Existenz und das ihrer Angehörigen und das ist auch gut so. Das Leben ist zu kostbar, um es gedankenlos zu verschwenden oder zu gefährden. 

Auf der anderen Seite würden wir ganz schnell ein Riesenproblem haben, wenn der Organismus kein eingebautes Verfallsdatum hätte. Von daher ist es vielleicht gut, dass die Entscheidung, wann und wie wir von dieser Welt gehen, normalerweise nicht bei uns liegt. Den Prozess durch Methoden der Sterbehilfe abzukürzen, stehe ich ambivalent gegenüber. In der Schweiz kann man für schlappe Zehntausend Euro einen Verein beauftragen, der einen vermeintlich friedvoll und schmerzlos ins Jenseits befördert. Ist das die optimale Lösung für ein schönes Ende oder ein Ausdruck von Kontrollzwang? Ich weiß es nicht. In jedem Fall ist der Tod einer der größten noch ungelösten Mysterien. Verdient er daher nicht mehr bewusste Beachtung und sogar Wertschätzung? Bei längerer Betrachtung weiß ich nicht, ob ich das ewige Leben so erstrebenswert finde. Ewig leben zu müssen, stelle ich mir auf Dauer etwas ermüdend vor…

Versuchst Du über den Tod konstruktiv nachzudenken oder schiebst Du alles, was damit zu tun hat, weit von Dir? Hast Du einen Exit-Plan oder findest Du das widerlich?    



THE PERSONAL END ... 

... and death are not very popular topics. Why? We live in a society that could almost be described as necrophobic because this important aspect of life is deliberately tabooed by many people. The fear of death and everything that has to do with it, is maybe more common than uncommon. But what does that mean in everyday life? For me personally death is not present, for which I am grateful. But is that in fact an advantage? I have had little experience with grief and farewell. I never had to stand at the grave and shed tears over a lost person, I loved. But sooner or later I will be confronted with it and will not be spared. Will it hit me harder because I did not learn to handle it? I know that there are different stages of mourning, such as the denial or the phase of anger. Now I wonder if maybe it would be better to make the subject more visible instead of ignoring, rejecting, and running away from it? When do you actively think about your own demise or talk to others about it?

Recently, I heard a podcast where a palliative expert pointed out that everything that lives depends on what's dead. The soil that plants need to grow and thrive is e.g. from dead and decayed material. Every couple deciding on a conventional marriage excludes all other possible partners with the act of marriage. The latter example makes it clear that every new beginning presupposes the end of another phase. For every door that closes, a new one opens up. Why is it so uncomfortable to deal with things, situations or states that are coming to an end? The fear of uncertainty about whether there is an "afterlife" or not can be crippling. Loss and grief are painful and nobody wants to give something loved back voluntarily. Most depend on their existence and that of their loved ones and that's a good thing. Life is too precious to waste or endanger mindlessly.

On the other hand, we would very quickly have a huge problem if the organism did not have a built-in expiration date. So it may be good that the decision on when and how we leave the world is usually not ours. To abbreviate the process by methods of euthanasia, I am ambivalent. In Switzerland, you can hire a club for a mere ten thousand euros, which promotes a supposedly peaceful and painless travel into the afterlife. Is this the optimal solution for a nice ending or an expression of control compulsion? I dont know. In any case, death is one of the greatest unresolved mysteries. Does it therefore deserve conscious attention and even esteem? Upon prolonged consideration, I do not know if I find eternal life so worthwhile. To live forever, I imagine in the long run a little tiring ... Are you trying constructively to think about death or are you pushing everything that has to do with it, far from you? Do you have an exit plan or do you think that's disgusting?

6/12/2019